Ich grüße dich. Ich bin der Oli


Ich bin 1972 in Ulm geboren. Aufgewachsen bin ich bei Hippies. Mit allem was dazu gehört. Mein Vater war bei meiner Geburt 23 Jahre alt. Meine Mutter 17. Im Dezember 1986 nimmt mich mein Vater mit zu einem Konzert nach Ulm in die Donauhalle, was mein Leben verändern sollte.

 

Ich kannte weder die Band, noch die Musikrichtung. Es war Motörhead. Es war Heavy-Metal. Ich war geflasht an diesem Abend von Sänger & Bassist Lemmy. Eine Stimme in mir sagte, das willst du machen. Touren, Heavy-Metal spielen. Konzerte veranstalten. Lange Haare, Tattoos. Den Mythos des Rock´n´Roll leben.

 

Gesagt getan. Ich kaufte mir eine Gitarre und lernte einigermaßen E-Gitarre zu spielen. Talent hatte ich nicht wirklich. Aber den absoluten Willen, als Musiker zu leben. Ich zog mit meinem Kumpel von meinem 14. bis 18. Lebensjahr durch Deutschland. Habe nicht oft die Schule besucht. Dafür umso mehr Konzerte, Partys, und Kneipen. Der Alkohol war immer mit dabei.


“Mein Kumpel” machte 2003 bundesweit von sich reden. Ich hatte seit 1990 keinen Kontakt mehr zu ihm. Bekam über die Presse mit dass ihn die Polizei sucht. Da er seine Lebensgefährtin auf bestialische Art und Weise ermordete und auf der Flucht war. Er wurde gefasst und zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Warum ich das hier aufführe? Hat seine Gründe...


Plötzlich Polizist

Da ich dann doch was lernte musste, begann ich im März 1990 eine Ausbildung bei der Polizei des Landes BW. War im Streifendienst. Bei der Einsatzhundertschaft. Und ich war Drogenfahnder. Denn in dem Bereich kannte ich mich sehr gut aus.

 

Im Juni 1999 war jedoch Schluss. Man stellte mich vor die Wahl, Bühne oder Beamter. Ich war mittlerweile auch als Heavy-Metal-Musiker unterwegs. So entschied ich mich für mein Herz.

 

Auch mein zweites Hobby nahm Fahrt auf: Comedy & Kabarett. Da hatte ich bereits Auftritte absolviert (wenn auch total erfolglos!).



Plötzlich war ich pleite und landete auf der Straße

So kam eines zum andern. Ich übernahm drei Mediatheken sowie einen Musik-Live-Club. Die Mediatheken liefen super. Der Live-Club weniger. Ende 2002 war ich pleite. Hatte noch 1,80 € Bargeld. Musste aus der Wohnung und aus dem Live-Club ausziehen. War sechsstellig überschuldet. Hatte keine Krankenversicherung mehr. Und auch keine Wohnung.


Plötzlich Heavy-Metal-Musiker & das Ende des Lebens

Was tun? Ich entschied mich, endlich dass zu machen, was ich immer machen wollte: mit meiner Band zu touren und „Heavy-Metal-Musiker“ zu sein. Davon leben konnte man davon allerdings nicht wirklich nicht wenn man nicht gerade auf Tour war. Wir tourten vier Jahre. Schliefen im Tourbus. In den Clubs. Auf der Straße. Auch wenn die Fachpresse unsere CDs sehr gut reviewten. Zum Leben zu wenig. Zum sterben zuviel.

 

Ende 2006, als ich wieder von einer Tour kam, war ich immer noch pleite. Immer noch ohne Krankenversicherung. Immer noch ohne Wohnung. Ohne jegliche Perspektive. Dazu kam, dass aufgrund meiner Alkoholabhängigkeit mein Körper nicht mehr mitmachte. Ich hielt die Konzerte nicht mehr durch. Die psychischen und physischen Nebenwirkungen der jahrelangen Alkoholexzesse kamen immer mehr zum Vorschein.

 

Ich entschied mich, da ich keine Zukunft mehr für mich sah und mittlerweile 34 Jahre alt, es ist besser, das Leben zu beenden. In der Band waren auch mein elf Jahre jüngerer Bruder. Ich wollte ihm nicht sein Leben versauen. Auch das war ein Grund, zu sagen "Game over". Er sollte nicht wie ich enden.


Das wann und wie war beschlossen. Als ich dabei war mein Vorhaben in die Tat umzusetzen, tritt jemand in mein Leben, was alles komplett verändern sollte...



Plötzlich tritt Moni in mein Leben

Die Moni. Sie war eine bereits erfolgreiche Künstlerin. Und das genaue Gegenteil von mir. Kein Alkohol. Keine Drogen. Von Beruf Sängerin & Kabarettistin. Mehrfach ausgezeichnet. Auf USA-Tournee, im TV präsent und, und, und.

 

Wir stellten fest, wir hatten zufällig die gleiche Idee für eine 50er-Jahre-Rock‘n‘Roll-Band . Das war Anfang 2007. Moni zeigte mir, wie man als professioneller Künstler arbeitet. Und siehe da, es kamen die ersten Erfolge, die ersten TV-Auftritte. Und, ich verdiente plötzlich Geld.

 

Und vergessen möchte ich nicht, ich habe mich in die Moni auch sofort verliebt und wir sind seit 2007 auch im Privatleben ein Paar :-)

 

Leider musste Moni (und muss es noch immer) jahrelang unter den Folgen meiner Alkoholsucht leiden. Was fast zum Bruch unserer Beziehung geführt hat. Wir haben durch viele, viele, viele Gespräche und Diskussionen Wege gefunden, wie wir das Problem in unsere Beziehung einbauen und damit leben können.

 

Daher sprechen wir auch ganz offen über das Thema “Alkoholsucht in der Partnerschaft”. Denn man spricht immer über die Betroffenen. Vergisst hierbei aber die Angehörigen, die genauso, wenn manchmal nicht sogar schlimmer, unter dieser Krankheit leiden.


Plötzlich Musik-Kabarettist & Sänger

2011 entschieden wir uns, die Band zu verlassen und künftig zu Zweit mit verschiedenen Musik-Kabarett-Programmen zu touren.

 

Aus den kleinen Clubs und Bühnen wurden plötzlich kleinere Hallen. Ausverkaufte Hallen. Ich hatte es geschafft nach vielen Rückschlägen, als Künstler auf der Bühne Geld zu verdienen.

 

Mittlerweile touren/spielen wir in Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien, Luxemburg, Liechtenstein (das Bild entstand in Sylt nach unserem Soundcheck).



"Plötzlich" trocken...

Seit September 2009 bin ich „trocken“. Ich habe keinen Tropfen Alkohol mehr angerührt. In Selbsttherapie kam ich davon los. Denn ich war 13 Jahre nicht krankenversichert. Ich konnte es mir mittlerweile leisten. Aber sowohl die gesetzlichen als auch die privaten Krankenkassen wollten mich nicht. Auch wenn es hieß, jeder muss versichert sein. Ich bin bzw. war das beste Beispiel, das dem nicht so ist.

 

Dennoch begleitet mich die Krankheit mit all seinen schweren Auswirkungen auch heute noch. Vor allem mit den daraus resultierenden schweren Depressionen. Ich habe meine Depressionen überwunden. Besser gesagt, gelernt damit umzugehen. Die Depressionen in mein bzw. Monis und mein Leben zu integrieren. Denn diese sind nicht nur eine Belastung für mich, sondern auch für mein komplettes privates und berufliches Umfeld.


Plötzlich Life-Coach und Suchtberater

Im Jahr 2011 fragte mich ein Pfarrer der evangelischen Gemeinde, ob ich mir vorstellen könnte, vor Konfirmanden-Kids über meine Leben sprechen würde. Wie man es schafft, nach einem Rückschlag, wenn man am Boden lag, wieder aufzustehen. Den Mädchen und Jungen ein bisschen Mut zu machen. Zu erklären, dass Rückschläge zum Leben dazu gehören. Ich habe mir nichts dabei gedacht und es getan. Was soll ich sagen, die Reaktion war überwältigend.

 

Ich wurde gefragt, ob ich gleiches vor Erwachsenen wiederholen würde. Gemacht. Reaktion? Noch umwerfender. Standing Ovation, Mails, viele Gespräche. Und die ersten zwei Menschen, die mich fragten, ob ich sie beraten bzw. coachen würde. Da ich nicht wusste was das heißt, informierte ich mich und begann ich eine zweijährige Ausbildung zum Psychologischen Berater, Personal Coach und Suchtberater.

 

Seit 2013 berate und coache ich Menschen und unterstütze diese beim Erreichen von Zielen, nach Rückschlägen. Bei Fragen rund um das Thema Sucht.


Plötzlich Speaker

Seit 2013 spreche in auf den verschiedensten Veranstaltungen, im TV, im Radio, über die Kunst des Scheitern. Wie man nach Rückschlägen wieder auf die Beine kommt. Wie man seine Ziele trotz Gegenwind, erreicht. So wie auf dem Bild oben an der Goethe-Universität Frankurt.

 

Zudem werde ich immer wieder gebucht als Speaker bei Suchtfachtagen etc., wie z.b. beim 5. Fachtag Sucht in Essen 2019.


Plötzlich Psychologie-Student und wieder zurück im Leben

Ich entschied mich das 2018 Fachabitur nachzuholen, und einen langersehnten Traum wahr werden zu lassen: ein Studium der Angewandten Psychologie (B. Sc.) | t.b.c. Dieses Studium absolviere ich an der Apollon Hochschule Bremen. Der Schwerpunkt liegt auf Suchtprävention, Stressprävention sowie Motivationspsychologie.

 

Ich führe Motivations- & Inspirations-Events mit Moni zusammen durch. Musik meets Words. Und ich schule Behörden und Unternehmen im Bereich Suchtprävention, Gewaltprävention, Motivationspsychologie, Eigensicherung aus Sicht der Psychologie. Somit hat mein verkorkstes Leben doch noch einen Sinn bekommen.

 

Und solltest auch du an deinen Träumen, Zielen, einem Scheitern oder an was auch immer zweifeln. Ich sage dir eines: wenn ich es geschafft habe wieder auf die Beine zu kommen, dann schaffst DU das 100% auch.