“Diese Scheiß Security” -> Beharren auf Überzeugungen

Das die Sicherheitsbranche nicht den besten Ruf hat ist nichts neues. Doch woran liegt das? Wie kann man das ändern? Besser gefragt, kann man es überhaupt ändern?

 

Die Menschen haben ein bestimmtes Bild dieser Branche. Teils durch eigene, negative, Erfahrungen. Teils durch Medienberichte. Teils weil Bekannte, Freunde oder Verwandte schlechte Erfahrungen gemacht haben mit “Securitys” und davon erzählten. Dieses negative Bild hat sich im Gehirn manifestiert. Je mehr negative Ereignisse der Mensch davon mitbekommt, umso mehr verstärkt sich die Meinung, welcher dieser Mensch über die Sicherheitsbranche hat. Positive Vorfälle, Berichte und Ereignisse nimmt der Mensch nicht mehr wahr.

 

Selbst erlebt. 2018 als Einsatzleiter auf einem kleineren Weinfest. Der Verein feiert zwei Tage lang abends ihre 100 Jahr-Feier. Zum ersten mal wird eine Security gebucht. Das Durchschnittsalter der Gäste beträgt Ü60. Die Besucherinnen und Besucher verstehen nicht, was plötzlich diese “schwarzen Sheriffs” da am Eingang zu suchen haben. In der Location. Sie machen ihrem Unmut Luft, zeigen uns das durch Gesten, durch verärgerte Aussagen wie “was wollt ihr hier eigentlich?”.

 

Wir bleiben ruhig. Als plötzlich drei Gäste die Bedienung betatschen, kommt der Veranstalter zu uns. Wir begleiten die drei Herren nach draussen. Unter Aufsicht der Gäste. Eine ältere Dame fällt durch Unachtsamkeit von der Bierbank. Ein Kollege leistet sofort erste Hilfe. Und als gg. 24 Uhr die ersten Gäste die Location verlassen wollen, stehen vor der Türe ein paar halbstarke Jugendliche, welche ein älteres Ehepaar angreifen. Wir gehen dazwischen und Sorgen für Ruhe. Alles unter den strengen Augen der Gäste.

 

Am nächsten Abend sind wir wieder da. Und die Gäste plötzlich anders zu uns. Uns wird Essen und Trinken gebracht. Wir werden in Gespräche verwickelt. Fremde Menschen kommen zu uns und danken für die Hilfe am Tag zuvor. Verabschiedet werden wir mit Handschlag.

 

Je mehr Gründe es gibt, negativ über etwas zu denken, wird das erst einmal so bleiben. Es dauert lange, oder es muss bestimmte und vor allen Dingen positive Ereignisse geben, damit der Mensch seine negative Haltung gegenüber anderen Menschen, Institutionen etc. ändert. Vor allem muss der Mensch seine Gedanken, Meinungen und Haltung überdenken und "das Ganze" sehen  (vgl. Myers, 2014, S. 376).

 

Wir in der Sicherheitsbranche können diesen negativen Ruf nicht von heute auf morgen ändern. Es braucht Zeit. Und mehr positive Berichte und Ereignisse, als negative. Erst dann werden wir in der Gesellschaft mehr anerkannt.

 

Dazu können wir beitragen, in dem wir uns in unserem Job immer verbessern, fortbilden, und trotz Hektik, Auseinandersetzungen und allem was uns da widerfährt immer eines im Hinterkopf behalten sollten: Mensch bleiben!

 

In diesem Sinne, Oli Dobisch

 

Literaturhinweis: Myers, David (2014): Psychologie, Berlin-Heidelberg